
Mehr Rückenwind für die Schweizer Medtech-Branche
Der Swiss Medtech Day 2026 in Bern griff zentrale Herausforderungen auf, denen sich die Schweizer Medizintechnikbranche stellen muss. Ein Weg aus dem Dilemma könnte die engere Zusammenarbeit aller Beteiligten sein, aber auch mehr Unterstützung durch die Politik wurde gefordert.
Rund 800 Vertreter aus Industrie, Forschung und Gesundheitswesen trafen sich Mitte Juni in Bern auf dem diesjährigen Swiss Medtech Day, darunter die Gastredner Ivan Tornos, Verwaltungsratspräsident, Präsident und CEO von Zimmer Biomet, sowie Oliver Bisazza, CEO von MedTechEurope. Die zentrale Frage lautete: Wie bleibt die Schweizer Medizintechnikbranche in einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld wettbewerbsfähig? Dazu erklärte Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech: „Nur wenn Forschung, klinische Praxis und industrielle Entwicklung enger zusammenspielen, kann die Medtech-Branche intelligentere Produkte und bessere Behandlungsergebnisse schaffen.“ Er forderte aber auch mehr Unterstützung durch die Politik für die volkswirtschaftlich wichtige Branche.
Mehr Rückenwind für den Standort
Steigende Kosten, komplexere Gesundheitssysteme sowie handelspolitische Unsicherheiten belasten die Firmen stark. Eine besondere Herausforderung sind die US-Zölle. Als Reaktion setzen zahlreiche Unternehmen auf die Diversifikation von Absatzmärkten und Lieferketten. Gleichzeitig fordert die Branche von der Politik weniger Regulierung, die Unterstützung der Bilateralen III und den Ausbau von Freihandelsabkommen. In der aktuellen Lage brauche es mehr Rückenwind von der Politik für den Standort Schweiz und keine zusätzlichen Belastungen für eine Industrie, die ohnehin unter erheblichem Druck stehe, so Hunn – eine Anspielung auf die geplante Einführung einer jährlichen Abgabe von 25 Mio. CHF an das Heilmittelinstitut Swissmedic.
Swiss Medtech Award 2026
Das Basler Unternehmen Medartis konnte sich im Finale um den Swiss Medtech Award 2026 gegen die Positrigo AG und Symbios Orthopédie SA durchsetzen. Der Hersteller von Implantatlösungen für die Chirurgie überzeugte die Jury nicht nur mit seinen hochpräzisen Lösungen für die chirurgische Versorgung von Knochenbrüchen und Gelenkersatz, sondern auch mit einer erfolgreichen internationalen Wachstumsstrategie. Die Medartis AG ist heute in über 50 Ländern tätig und beschäftigt weltweit rund 1.400 Mitarbeiter. Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf der chirurgischen Aus- und Weiterbildung, die Medartis gemeinsam mit seinem Ärztenetzwerk IBRA weltweit realisiert.
Matthias Schupp, CEO von Medartis, zeigte sich sehr erfreut über die mit 50.000 CHF dotierte Auszeichnung: „Dieser Preis ist eine große Anerkennung für unsere Teams. Bei Medartis treiben wir Innovationen nicht als Selbstzweck voran. Unser Maßstab ist, die Behandlungsergebnisse für Patientinnen und Patienten zu verbessern und die Arbeit von Chirurginnen und Chirurgen zu erleichtern. Die anatomisch geformten Platten und patientenspezifischen Implantate von Medartis basieren auf realen klinischen Bedürfnissen.“

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IBRA Institute Basel